Montag, 9. November 2009
Decleration of Laziness
Ich Erkläre hiermit offiziell, dass ich keine Lust mehr habe!!!
Da sich die Zeit hier in Taiwan nun schon dem Ende zuneigt und ich viiiiiiieeel zuviel zu tun hätte, wenn ich alles was hier eigentlich rein sollte noch aufschreiben würde, dadurch wertvolle Zeit für andere Aktivitäten verlorengehen würde und ich die meisten von euch eh bald wiedersehe, erkläre ich den Blog (vorerst) für beendet!
Sollte sich in Deutschland, an kalten, dunklen und regnerischen Tagen noch einmal die Gelegenheit ergeben, so wird das Ganze vielleicht noch einmal aufgerollt...

So far...
Bis bald ;)

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 20. Juli 2009
Spring Scream
Freitag

Spring Scream!!! Den meisten Taiwanesen fällt bei diesem Wort wohl übermäßger Alkohol- und Drogenkonsum, sowie das 'eingechinesischte' Wort "Bikini Girls" ein. Das es sich hierbei eigentlich um den einzig spürbaren Einfluss westlicher Festivalkultur auf der fernen "Iljha Formosa" handelt, ist wohl eher wenigen bewußt. Das liegt auch daran, dass sich um das Festival herum in den letzten Jahren allerlei Pop-, Hiphop-, Electro-, Beach- und sogar Reggeapartys entwickelt haben, die sich wohl am ehesten mit den allseits beliebten "Partyzelten" (:D) auf Festivals vergleichen lassen, jedoch eigenständige Events darstellen. Zudem gibt es mittlerweile sogar ein weiteres Festival zur gleichen Zeit, "Spring Wave", dass eher taiwanesischen Mainstream Pop als Ausgefallenes und Ausländisches (=Spring Scream) zu bieten hat. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass das ganze irgendwie zusammen organisiert wird.
Naja lange Rede kurzer Sinn, jedenfalls konnten wir (einige, bzw. sogut wie die meisten Volunteers von ICYE) uns sowas natürlich nicht entgehen lassen, von wegen interkulturellem lernen und so, man kennt ja seine Pflichten... ;) Zur Erklärung: Das Festival fand an der Südspitze der Insel, nahe dem als Bade- und Surfparadies bekannten Ort "Kenting", statt. Genau genommen am südlichsten Punkt der Insel, in der Dühnenlandschaft eines kleinen Ortes am "Kap von Taiwan" :D. Das Gelände war der Hammer, es gab einen alten Leuchtturm (von den Japanern gebaut oder so...) viele Bäume, eine schöne Campingarea und alles, was man sich sonst so wünscht...
Für mich war das Problem allerdings erstmal: Wie komme ich da hin? Ürsprünglich wollten wir mit mehreren Leuten per Motorrad ("We are the Mods, we are the Mods, we are, we are..." - wers versteht kriegt n Keks ;)) die Küste runter fahren, allerdings sprangen nach und nach immer mehr Leute ab, bis ich schließlich allein da stand, zumindest was die Tour von Tainan bis Pingtung angeht, wo ich Max abholen sollte. Nach einigem hin und her habe ich mich dann am Donnerstag um zehn Uhr abends kurzerhand dazu entscheiden, wegen ein paar kleinerer Sachen zur Werkstatt zu fahren (taiwanesische Öffnungszeiten... werd ich vermissen!) und die Tour am nächsten Tag mit dem Bike anzutreten. Bischen verspätet ging es dann so gegen 13:00 hier in Tainan los, auf dem "Highway 17" Richtung Süden. Ich hatte eigentlich geplant, gegen 15:30 in einem kleinen Ort in der Nähe von Pingtung zu sein, um Max und Felix abzuholen und mit ihnen den Rest der Fahrt zurückzulegen.
Das hätte wohl auch alles ganz gut gepasst, wenn nicht mitten in Kaoshiung auf einma der Motor schlapp gemacht hätte, worauf ich eigentlich die ganze Zeit schon gewartet, jedoch still darauf gehofft hatte, dass der Typ von der Werkstatt das Problem gefunden und behoben hat. Naja, Immerhin ises nicht aufm Land irgendwo in der Pampa passiert, so hab ich nach einigem Fluchen und Schieben eine Werkstatt gefunden. Die Leute waren sehr freundlich, richtige Lokal-Taiwanesen, von denen diese kleinen Werkstätten meistens geführt werden und mit denen Kommunikation, trotz teils unverständlichem Chinesisch-Taiwanesisch-Gemisch eigentlich immer ganz gut klappt. Leider ließen die Mechaniker-Skills von dem Typen sehr zu wünschen übrig und anstatt das Problem zu lösen, hat er lediglich (offensichtlich aus versehen) die Zündkerze geschrottet und eine neue eingbaut. However, kurz danach bin ich wieder liegen geblieben, dieses Mal musste ich länger schieben und habe nur durch die Hilfe einer ortskundigen älteren Frau, die mich zufällig angesprochen hat, eine Werkstatt gefunden. Der Mechaniker hier hat das Problem immerhin als das erkannt was es ist, und nach viel Ratlosigkeit und einigen Probefahrten war die Sache dann (endlich!) erledigt (Ein Vakuum im Tank durch verstopftes Luftventil im Tankdeckel... ich habs echt drauf :D).
Nun, die Sache hat insgesammt gut zwei Stunden gekostet und die Sonne stand bereits tief am Himmel, als ich nach einigem Suchen endlich auf der richtigen Straße war, in Begleitung eines weiteren hilfsbereiten Menschen, den ich nach dem Weg gefragt hatte und der, wie der Zufall es wollte, gerade von der Arbeit kam und nach Hause Richtung Pingtung fuhr. Max und Felix waren mittlerweile auch schon unterwegs, da sich die Sache doch sehr hingezogen hat und es, wie gesagt, schon langsam spät wurde. Glücklich, das Problem mit dem Bike endlich gelöst zu haben und voller Erwartung eines fetten Festivalwochendes ging es dann mit Vollgas (naja nicht ganz, immerhin hatte es geregnet und war bereits dunkel) den Westküstenhighway nach Kenting runter, in der Hoffnung Max und Felix, die ja immerhin zu zweit aufm Moped saßen, noch zu erwischen. Irgendwan kam dann schon der Strand von Nanwan in Sicht, der mir noch vom Roundtrip gut in Erinnerung geblieben ist, und ich war sogut wie da, ohne eine Spur von Max und Felix. Später stellte sich raus, das deren Scooter ungefähr halber Strecke verreckt ist (überhitzt), wodruch sie den Rest wohl oder übel per Taxi(!) zurücklegen mussten. In Deutschland wär' das nicht so geil gewesen...
Als ich dann, endlich auf dem Festivalgelände angekommen, gerade mit zwei Engländern und nem Freak aus Australien n Bierchen gezecht hab, kamen auch endlich Max und Felix an, worauf wir zusammen die Zelte und alles organisiert haben, bis dann endlich Nico, sein Bruder Chris (die von der Ostküste kamen, wo sie zusammen mit ihren Eltern "Taroko National Park" bewundert haben) und Alejandro (der noch Arbeiten musste und mit dem Bus gefahren ist) ankamen, um sich in ein gemachtes Nest zu setzen. Dafür haben wir uns immerhin erstma einen Ausgeben lassen :D.
Von der Musik am ersten Abend haben wir nicht viel mitgekriegt, da das Ganze nur bis zwölf ging und wir erstmal anderen Kram zu erledigen hatten (krasses Organisationschaos!). Das was wir gesehen haben war allerdings auch nicht außerordentlich, was sich allerdings die folgenden Tage noch ändern sollte. Später saßen wir noch mit ein paar Leuten aufm Zeltplatz, wo es plötzlich immer voller wurde, und während einige versuschten mithilfe eines Lagerfeuers einen Miniaturfesselballon in die Luft zu kriegen, wurde überall sonst gezecht, geredet und auf allen erdenklichen Instrumenten gespielt. Fetter Abend!

Samstag

Der nächste Tag fing, dem Vorabend entsprechend, langsam an, und trotz viel Verpeiltheit und einer imaginären Motorradpanne (warte mal... hatten wir das nicht irgendwie schon?...) von Matthias, der am Morgen dann auch endlich ankam, schafften wir es so gegen vier Uhr zum Strand. Dort wurde hauptsächlich gechillt und mit n paar Taiwanesen Beachvolleyball gezockt, immerhin ging es ja schon bald aufm Festival weiter. Musikalisch hatte der Abend auf Jeden einiges zu bieten. Es ging los mit einer Punkrock/Hardcore-Band aus Seoul/Südkorea, gefolgt von dem "Top-Act", einer taiwanesischen Slokünstlerinn, die in meinen Augen jedoch gar nicht so "top" war.
However, danach ging der Spass zumindest musikalisch erst los. Da auf der Hauptbühne bereits wieder Schulz war und die Anderen sich bereits Richtung Zeltplatz aufgemacht haben, hab ich mit Max noch bei einer anderen, kleineren, Bühne vorbeigeschaut. Dort spielte gerade eine offenbar aus Westlern bestehende Reggae- und Skaband, deren Sänger einen gefakten Afro auf dem Kopf hatte und allgemein ziemlich fertig aussah. Die Mucke ging jedoch gut ab! Das ganze wurde anschließend noch getoppt von einer ebenfalls ausländischen Punkrockband, die allesammt Nonnenkostüme trugen und zwischen den Songs durch Segnungen und andere Ausdrucksformen christlicher Nächstenliebe zur allgemeinen Belustigung beitrugen. Mein persönliches Highlight, nicht nur musikalisch!

Sonntag

Der nächste Tag fing noch ranziger an als der vorige, aber auf Jeden humaner als z.B. aufm Hurricane, dank Gras und Bäumen statt Staub und Dreck. Dennoch bin ich vorerst nicht zum Essen mit nach Kenting gefahren, sondern hab mich ausserhalb des brüllend heißen Zeltes im Halbschatten noch ne Runde aufs Ohr gehaun. Irgendwie ist mir beim Tagträumen dann wieder eingefallen, dass mir jemand von einem der besten Surfbreaks in Taiwan erzählt hat, das grad mal ne knappe halbe Stunde vom Gelände die Ostküste rauf liegt. Also kurzerhand Chris angerufen, die schon vorher Interesse daran geäußert hatte, und nach einigen Spritproblemen (ist garnicht so einfach in Südtaiwan...) warn wir dann also schon auf dem Weg nach Jialeshui, dem besagten Ort. Der Surfshopbesitzer war ein echter Klischeesurfer (wobei vielleicht etwas mehr Klischee als Surfer :D), der uns erstmal für unsere Nationalität gefeiert hat, da er selbst Besitzer eines klassischen VW-Bulli ist (ich sag ja, Klischee und so...). So etwas sieht man in Taiwan selten! Unter anderem deswegen, und weil es schon relativ spät war, konnten wir die Boards dann ziemlich günstig ausleihen und kurz danach gings auch schon los. Die Wellen waren tatsächlich sehr nice, entsprechend war das Spot jedoch auch ziemlich voll, was es für mich als Beginner und Chris, der zum ersten mal mit nem Board aufm Wasser war, nicht unbedingt leichter gemacht hat. N paar gute Wellen haben wir trotzdem erwischt und letztendlich hat es sich allein schon wegen der wunderschönen Ostküstenlandschaft gelohnt.
Nachdem die Sonne, der Himmelsrichtung entsprechend, hinter den Bergen verschwunden ist, was darauf schließen lässt, dass das chinesische Wort für Sonnenuntergang ("Taiyangxiashan" - Sonne-unter-dem-Berg) wohl an der Ostküste entstanden ist (dass dieser Begriff in Mainland-China nicht verwendet wird, kann sich jeder der weiß was ne Landkarte ist auch denken ;)), fuhren wir gemütlich über die kleine Küstenstraße zurück zur Südspitze, wo das Festival bereits wieder in vollem Gange war.
Da die Anderen noch nicht aus Kenting zurückgekehrt sind haben wir erst einmal ordentlich was zu Futtern geholt und uns dabei von einer taiwanesischen Hiphop-Crew unterhalten lassen, die trotz für mich so gut wie unverständlicher Texte nicht schlecht und irgendwie richtig "Old-school" war. Auf jeden Fall war es Besser als alles andere, was mir je an taiwanesischem "Hip-Hop" unter die Ohren gekommen ist. Danach ging es weiter mit zwei Hardrock-Franzosen, die gut Party gemacht haben, auch wenn es schwierig ist mit nem französischen accent das Rockproleten-Klischee glaubhaft zu bedienen. Naja, die letzte Band hatte es jedenfalls auch noch einmal in sich. Dabei handelte es sich um eine Gruppe in Tierkostümen eingepackter Freaks, etwa 10 an der Zahl, die sich auf der Bühne mit Synthesizern und konventionellen Instrumenten vergnügten, obwohl die Anzahl der zur Verfügung stehenden Klangerzeuger ständig zuzunehmen schien.
Das Ergebnis war das wohl experimentellste, was ich je an psychedelischem Electro(oder Rock? oder Blues? oder...) gehört habe, und lies Pink Floyd und Karlheinz Stockhausen darstehen wie bayerische Volksmusikanten. Getoppt wurde das Ganze nur noch, als zunehmend freiwillige "Hilfmusiker" auf die Bühne geholt wurden und als Highlight einer offensichtlich improvisierten Improvisationssession ein von Rülps-Beatbox und Synthesizer-geknatter begleitetes Blues-Solo erklang...
Alles hat seine Schattenseiten und während dieser musikalisch-intellektuelle Tanz auf dem schmalen Grat zwichen Genie und Wahnsinn noch in vollem Gange war, wurde ich von einem meiner Workmates angerufen umd zu erfahren, dass sich Bear (mein bis dato bester Kumpel unter den anderen Zivis) mitm Roller abgepackt hat und wir ausserdem wider Erwarten am nächsten Tag arbeiten müssten.
Trotz leichter Ernüchterung (ich hatte eigentlich geplant, die Nacht noch auf dem Gelände zu verbringen und am nächsten Tag entspannt gen Heimat zu tuckern) und der musikalischen Toleranzstrapazen lies ich die umstehenden Sitzgelegenheiten heil (Insider ;)) und genoss stattdessen den ausklingenden musikalischen Teil des Abends, der von uns durch eine begleitende Runde Flunkyball mit Trockeneis statt Tannenzapfen (von soner Bude abgezogen) zu einem polysensorischen Aktionskunstwerk veredelt wurde.
Im Anschluss ging es zurück Richtung Zeltplatz, wo wir uns erneut bei den zwei Kanadiern vom ersten Abend niederließen, die genauso breit waren wie zuvor, aber irgendwie noch um einiges abgefuckter und Stumpfsinniger wirkten (vielleicht lag es am Ausblick auf den bevorstehenden Montag, viel wahrscheinlicher jedoch daran dass wir diesmal so gut wie nüchtern waren). Naja nach einer etwas unerfreulichen Auseinandersetzung, die die leicht angeheiterte Freundin von Nico's besserer Hälfte und den offenbar leicht unterbefriedigten Sexualtrieb eines der beiden Vögel zum Inhalt hatte und nur durch die Androhung physischer Gewalt unsererseits ihr langersehntes Ende fand, ging es dann weiter zu unserem Zelt, wo ich meine Habseligkeiten für die Abfahrt klarmachte, während die anderen ihre persönliche Reise ins Land der Träume vorbereiteten.
Ich bin sicher ihr könnt euch nichts verlockenderes Vorstellen als nach einem anstrengenden Tag mitten in einer (für taiwanesische Verhältnisse) relativ kühlen Nacht ca. 4-5 Stunden lang mit dem Motorrad nach Hause zu fahren. Um ehrlich zu sein: So schlimm war es garnicht, unter anderem Dank des riesigen kreisrunden Vollmondes, der mich auf der Küstenstraße von Kenting nach Kaosiung unaufhörlich begleitet hat, und anderen einmaligen Erlebnissen auf dieser nächtlichen Fahrt durch Südtaiwan. Dazu gehörte unter anderem auch ein kleiner unfreiwilliger Abstecher in ein Gottverlassenes Industriegebiet von Kaoshiung und die Flucht vor einem Rudel streunender Hunde (wer mich kennt weiß, dass nie alles glatt läuft... :D) aber das ist eine andere Story... Soviel sei gesagt: Ich war am nächsten Tag pünktlich bei der Arbeit und hab sogar noch geschlafen!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 19. April 2009
"Yen-shui-fong-pao" oder "Sylvester für Verrückte"
Eine Woche nach der Chinese-New-Year bin ich mit den Leuten vom Roundtrip (ausser Stephen, der schon wieder in D war) dann nach Yen-Shui gefahren. Das ist ein Dorf im Norden von Tainan, in dem jedes Jahr zum Abschluss der Feiertage ein etwas "anderes" Fest stattfindet. Dabei werden in der ganzen Stadt einachsige Wagen mit Heiligenstatuen herumgeschoben, von Leuten die sich von oben bis unten in Klamotten und Panzertape gehüllt haben und (wenn sie noch einigermaßen richtig im Kopf sind) Motorradhelme tragen. Mit diesen Wagen werden dann sozusagen "Stationen" in der ganzen Stadt abgeklappert, begleitet von einem Schaulustigen Mob und Lautsprecherwagen, die alles spielen von Drum 'n' Bass bis "Pekingopern-Mukke". Die "Stationen" sind im Prinzip Batterien aus D-Böller-Matten und auf die Menge gerichteten mini Raketen mit Pyros an der Spitze. Die Jungs mit den Wagen und andere Lebensmüde stellen sich dann also auf die ausgelegten D-Matten und genau vor die Raketen. Der Clou: Je öfter man getroffen wird und je mehr das weh tut, desto mehr Glück und Erfolg hat man im nächsten Jahr, weswegen jeder versucht soviel wie möglich zu kassieren :D. Fraglich ist allerdings, ob das wirklich zu Glück und Erfolg führt, wenn man dabei blind oder taub wird, was schon desöfteren passiert sein soll. Zumindest den Leuten, deren Haus dieses Jahr feuer gefangen hat und abgebrannt ist, hat es kein Glück gebracht. Oder vielleicht gerade weil sie zuhause geblieben sind...
However wir waren jedenfalls auch gut augerüstet, wie ihr auf den Bildern sehen könnt, und so haben wir uns zumindest so nah an die Dinger rangestellt, dass es gut Fun gemacht hat. Sobald gezündet wurde fingen alle an zu tanzen und die Heiligenwagen sind vor- und zurück gewippt. Zu geil!
Am Ende haben sie noch eine Riesenbatterie Raketen mit Bildern von Kühen und der Aufschrift "Happy-Niu-Year" (Niu ist chinesisch für Rind, und 2009 is ja Jahr der Kuh :D). Da wir so langsam die Hemmschwelle überwunden hatten, die die Meisten anderen längst hinter sich hatten, haben wir uns diesemal auch so nah rangestellt, das einige von uns (ich nicht :D) im "Raketenhagel" den einen oder anderen blauen Felck kassiert haben. Is schon krass, wenn einem direkt vorm Visier ne Rakete explodiert!
Nichtsdestotrotz hätten wir vielleicht doch noch ein paar Blessuren mehr mitnehmen sollen, denn von Glück konnte bei dem was danach passiert ist keine Rede sein: Irgend so ein Schlaukopf hatte nämlich das Licht am Auto angelassen, und die Batterie war wie vermutet leer. Zumindest haben wir das Auto nichtmehr angekriegt! Naja obwohl wir wussten, dass das bei nem Automatikauto nich geht, haben wir aus Verzweiflung versucht anzuschieben. Sinnlos!
Zum Glück haben wir ein paar Leute getroffen, die uns Starthilfe geben wollten. Keine Ahnung, obs an unseren dilletantischen Anschiebversuchen lag oder whatever, aber auf Jeden hat das nix gebracht und der Anlasser hat auch irgendwie komische Geräusche gemacht. Uns blieb also nix übrig, als uns von einem der Leute gegen Cash nach Hause fahren zu lassen. War zum Glück durch vier Leute nich teuer und billiger als Taxi, und für das Auto mussten wir auch nix zahlen, da es gegen sowas versichert war. Vielleicht hat der Beschuss ja doch was gebracht ;).

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 8. April 2009
25.-30.01.09: Roundtrip
Nachts um drei Uhr gings dann mit dem Bus ab nach Taibei, wo Nico schon mit Stephen (einem Kumpel aus Deutschland) und dem Auto auf uns wartete. Vorher haben wir wie schon gesagt mit Ale's Hostfamily Chinese New Year gefeiert, und allerlei witzigen Kram mit seinem kleinen Hostbrother angestellt. Aber keine Sorge, dem Kleinen hat das nicht geschadet ;). Ich glaube wenn der mal älter ist wird er auf jeden Fall richtig cool.
Naja jedenfalls gings nach einer viel zu kurzen Fahrt im Bus, mit privatem Bildschirm zum Filme gucken und verstellbarem Riesensessel (die Tickets hätten wir auch billiger kriegen können, waren aber immernoch krass günstig)), von Taibei mit dem Auto die Ostküste runter. Erster halt war Taroko Gorge, der berühmteste Nationalpark Taiwans. Und das zu recht, denn die Landschaft ist echt Atemberaubend! Das ganze wurde noch dadurch getoppt, dass wir anstatt des normalen Wanderweges den Weg durchs Flussbett vorgezogen haben, was nicht nur mehr Spass gebracht hat sondern uns auch einige Versteckte Plätze offenbarte, die wir sonst nicht gesehen hätten.
Am Abend des nächsten Tages ging es dann weiter die Küste entlang Richtung Süden zur unserer nächsten Station: Hueishuei, zum Raften! Nachdem wir die Nacht neben dem Raftingzentrum gecampt haben, ging es dann morgens gegen 11:00 aufs Wasser. Ungünstigerweise war in unserem Boot noch eine taiwanesische Großfamilie, die das ganze offensichtlich als netten Neujahrs-Familienausflug ansah und nicht daran dachte zu paddeln oder sonst irgendwie zum Erfolg der Aktion beizutragen. Der einzige, der anscheinend was für Action übrig hatte und auch mitgeholfen hat war der Großvater :D. Da es zwar einige echt geile Stromschnellen gab und einmal auch verdammt knapp wurde, aber dazwischen manchmal etwas langweilig war, ham wir die Zeit stattdessen damit verbracht, uns über Bord zu schmeißen oder einfach so schwimmen zu gehen, was unsere Mitstreiter (mit Ausnahme des Opas) nicht wirklich so nice fanden... was solls man will ja was draus machen :D. Nachdem wir am Meer angekommen sind, wurden wir dann von nem Kamikaze-Fahrer, der sich während der Fahrt ununterbrochen 90er-Billigtechno reingezogen hat, durch die Berge zurück nach Hueishuei gefahren. Hat sich gelohnt!
Noch am Abend sind wir dann weiter die Küste runter bis nach Taidong gefahren. Dort schlugen wir unsere Zelte auf dem Gelände einer Elementary-School auf, was hier vollkommen normal ist. Ausser uns war noch eine Gruppe Pfadfinder da, die uns erstmal fett zum saufen animieren wollten. Felix und ich hatten uns allerdings vorher mit irgendwas den Magen verdorben und so wurde daraus nix. Das Traumwetter, von dem wir am nächsten morgen aus unseren Zelten vertrieben wurden, machte das allerdings wieder gut und so war das ganze auf der Straße nach Kenting schon halb vergessen.
"Kenting National Park", damit assoziieren die meisten Taiwanesen Party, Palmen, Weiber und... naja vielleicht grünen Tee ;). Kenting selbst ist ein relativ kleines Dorf an der Südküste Taiwans (eher eine Südspitze), in der wohl 99,9% der Einwohner vom Tourismus leben. Es gibt Bars, Restaurants, Läden für Strandkram und sogar nen Surfshop(!). Allerdings sollte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Genuss kommen, dessen Dienste in Anspruch zu nehmen. Da wegen Chinese New Year sogut wie alle Hotels ausgebucht waren, sind wir letztendlich in einer kleinen Scuba-Base ausserhalb Kentings untergekommen, was sich aber als echten Glückstreffer entpuppte. (Man beachte die Kippe in der Chipshand :D) Dadurch, dass wir n Auto hatten, konnten wir am nächsten Tag zum schönsten und abgelegensten Strand fahren, der aber wegen der Feiertage trotzdem recht voll war.
Am Abend sind Ale, Felix und ich dann mit dem Bus zurück nach Tainan gefahren, während Nico und Stephen die Tour noch für eine weitere Woche fortgesetzt haben. Wir mussten ab Montag wieder arbeiten...

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 24. Februar 2009
21.-25.010.09 Die ersten Tage bei der Arbeit
Kaum vom Wochenende erholt;), hatte ich am Donnerstag auch schon meinen ersten Arbeitstag. Dass heißt mein Boss kam am Mittwochmittag ins ICYE-Büro und hat mich zur Feuerwache gebracht. Dort hat er mich erstmal lang und breit jedem vorgestellt, unter anderem den anderen (taiwanesischen) Zivis und dem Oberboss, Director-General "Wu Ming-Fang". Dieser trägt gerne Pornobrille mit schwarzem Anzug und sieht damit aus wie der Kopf der Taiwanesischen Mafia ;). Auf jedenfall is er richtig cool, hat mich fürs WE zum Fußball eingeladen. Das Klischee verfolgt Deutsche wohl überall hin...
Naja als ich Abends was essen gehen wollte hab ich zufällig einen der anderen Zivis auf der Straße getroffen und bin mit ihm zusammen ein paar von seinen Kollegen abholen gefahren, um zusammen was essen zu gehen. Hab nich viel von den Gesprächen gepeilt und auch selber wenig gesagt. Mein Chinesisch is auf jeden noch verbesserungswürdig :D. Naja anschließend haben wir noch mit drei anderen Freunden von ihm gechillt und die taiwanesische Version von "Arschloch" gespielt. Danach sind wir noch bowlen gegangen. Auf jeden ein guter Anfang :D.
Am nächsten Tag ging die Maloche dann los! Naja wenn man im Schnitt vier bis fünf Stunden Arbeit pro Tag Maloche nennen kann :D. Auf jeden Fall betreiben wir Zivis hier ein "Disaster Prevention Center", in dem hauptsächlich Kinder lernen können, wie man sich Verhalten muss bei Erdeben, Taifunen und natürlich Bränden. Dafür gibts allerlei "Attraktionen" wie einen Erdbeben- und Taifunsimulator, in denen man das Ganze recht realitätsnah erleben kann (in letzterem wird man auch dementsprechend nass), ein Feuerwehrautofahrgeschäft, einen Kletterparcour usw... Unsere Aufgabe ist es dann also , die Xiaopengyou's (Chinesisch für Kind, wörtlich übersetzt: "Kleiner Freund" :D) durch die verschiedenen Stationen zu führen, für ihre Sicherheit und genügend Spass zu sorgen. Ich frag mich allerdings manchmal was die Sache mit den Simlatoren soll, da Taiwan jährlich von Erdbeben und Taifunen heimgesucht wird, und Kinder im Grundschulalter das daher auf Jeden raushaben müssten... Naja is zumindest ne nette Idee ;). (Pics von der Arbeit kommen später.)
Die nächsten Tage verbrachte ich also mit Arbeiten, wenn auch nich viel, da es die Woche vor Chinese New Year war und die meisten Schulen da was anderes geplant hatten, und Orientieren. Das beste war allerdings, dass ich auch die darauffolgenden Abende mit meinem Workmate, "Bear", unterwegs war und dadurch einen kleinen Eindruck von dem bekommen habe, was junge Taiwanesen so in ihrer Freizeit machen (wenn sie nicht Party machen gehn ;)). Wir warn unter anderem einige Male auf einem der bereits beschriebenen Nachtmärkte... immer wieder geil!:D. Am Samstag gings dann mit "Al Capone":D zum Fußball, ich konnte allerdings wegen einer Verletzung am Knie nich mitspielen. War aber cool mit anzusehen, Feuerwehr- gegen Polizeimannschaft. War nich bis zum Ende dabei aber ich hoffe die ham den Bullen ordentlich gegeben :D. Ansonsten hab ich am WE viel mit Bear rumgehangen und bin dann am Sonntag Abend zu Alejandro gefahren, um mit ihm und seiner Gastfamilie Neujahr zu feiern und danach um 03:00 nach Taibei aufzubrechen. Von dort aus sollte es über die Ferien (Chinese New Year --> eine Woche frei :D) zu einem Roundtrip um die Insel mit einigen anderen ausländischen Freiwilligen gehen. Doch dazu später mehr...

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 4. Februar 2009
17.01-19.01 Wochenende auf Xiao liu jiu
Morgens um halb 8 vor der Tür... verdammt früh wenn man bedenkt, dass wir die letzten Tage nicht wirklich viel geschlafen haben. Um also nich zu verpennen sind wir einfach wach geblieben und ham Filme geguckt... um dann um sieben Uhr doch noch einzupennen :D.
Naja auf jedenfall haben wir den Zug gekriegt und so weiter. Am Bahnhof in Gaosiung haben wir dann die anderen Freiwilligen getroffen. Ein Pole ist dabei, ein Hunduraner, eine Bolivianerin und sechs Deutsche :). Naja sowas wie Zivi gibts halt nich überall.
Einige Stunden später waren wir dann am Ziel. Schon vom Schiff aus konnten wir die Schönheit der Insel bewundern, die Sonne schien und es war warm. Wie nach meiner Erfahrung eigentlich fast immer in Taiwan :D. Doch es sollte noch besser kommen!
Kaum waren wir an Land, erfuhren wir, dass wir den Weg zur Unterkunft auf Scootern zurücklegen würden.
Yeeehaaa, Scooter für Alle!!! D... Naja zumindest für alle die n Lappen haben, Ordnung muss ja sein! Da ich zum Glück im Besitz eines solchen bin, durfte ich dort also zum ersten mal son Teil fahren. Nach einer kurzen Feuertaufe mit Felix hintendrauf waren wir auch schon bei unserer Unterkunft. Zwar mussten wir auf dem Boden schlafen, aber das war dank ausreichend Decken überhaupt kein Problem.
Gleich nach dem Essen ging es auf eine Scootertour rund um die Insel. Das hat nich nur unenedlich viel Bock gebracht... ihr glaubt nich wie schnell die Dinger beschleunigen :D... sondern hat uns auch die Schönheit der Insel vor Augen geführt.
Durch die Seminareinheiten und Gespräche mit den anderen Freiwilligen wurden viele meiner Fragen beantwortet und ich hab ne Menge nützliche Tipps gekriegt. Allein deswegen hat sich der Trip gelohnt!
Am nächsten Morgen ging es mit ein paar Leuten zum Schnorcheln, allerdings konnten wir uns nicht wirklich frei bewegen wegen angeblicher Strömungen und Quallen. War trotzdem nice. Der Rest des Tages ging eigentlich wieder für Scootertouren drauf... zum Glück is Sprit in Taiwan nich so krass besteuert :D. Auf diese Art sind wir auf jeden Fall zu den Meiner Meinung nach schönsten Plätzen der ganzen Insel gekommen... naja es gibt immer einen noch größeren Fisch. Abends gabs n fettes Barbeque mit allem was dazu gehört :D.
Am nächsten Tag ging es dann zurück aufs "Festland". Saugeiles Weekend :D

... link (2 Kommentare)   ... comment


Montag, 2. Februar 2009
15.-16.01.
Die ersten zwei Tage waren total entspannt!
Am 15.01.08, um 07:30 Ortszeit setzten wir mit einer Stunde Verspätung(-.-) am Flughafen in Taibei auf.
Wir? Das sind Daniel, auch ICYE-Volunteer, und ich. Wir hatten zuvor die ganze Nacht im Zug (Nach deutscher Zeit sind wir tagsüber geflogen) verbracht, und auch die Nacht davor kaum geschlafen... Geile Abschlussparty aufm VOS! :D. Zum Glück konnten wir den Abend vor der Abfahrt noch in Berlin mit Lea und Mareike verbringen und da ein bischen chillen, danke dafür ;)!... Naja jedenfalls war das Flugzeug fast leer, wodurch jeder praktisch unendlich viele Sitze für sich hatte um bequem zu pennen. Ich glaube dadurch habe ich den Jetlag irgendwie umgangen, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern wirklich einen gehabt zu haben.
Wir kamen also den Umständen entsprechend fit in Taibei an, wo uns zuallererst gesagt wurde, dass wir unseren Anschlussflug nach Gaosiung verpasst haben. Anstatt sich allerdings selber um das Problem zu kümmern, haben uns Mitarbeiter der Fluggesellschaft einfach Umschläge mit Geld in die Hand gedrückt, mit der freundlichen Bitte doch einfach per "Highspeed Railway" nach Gaosiung zu fahren. Im Nachhinein betrachtet war das unser Glück, denn der fährt auch direkt und günstiger nach Tainan, wodurch wir uns 250NT$ (ganze 5 Euro :) ) in die Tasche stecken und uns auch noch unnötigen Weg sparen konnten!
Nachdem wir in Tainan von zwei ICYE-Mitarbeiterinnen abgeholt wurden, erfuhren wir auch, dass wir die nächsten zwei Tage erstmal dort im Büro wohnen würden. Anschließend sollte es übers Wochenende nach Xiao liu chiu, einer kleinen Insel vor der Westküste Taiwans, zum "ICYE Middle Camp" mit den anderen Freiwilligen gehen.
Wie gesagt, die ersten beiden Tage waren entspannt, und so kümerten wir uns bis zum Middle Camp erstmal nur um kleineren Orgakram und hatten ansonsten genug Zeit, uns an etwas an die neue Situation und das (traumhafte :D) Klima zu gewöhnen. Am zweiten Abend hatten wir sogar Zeit, uns einen der berühmten Nachtmärkte anzusehen. Dort gibt es wirklich alles, was unter die Kategorie "Brot und Spiele" fällt. Von Mahjong-Bingo und Schießbudenballern über Stände mit "stinkendem Tofu",(der heißt wirklich so ^^, mandarin: chou doufu) Reiskuchen in Entenblut und Süßkartoffel-Schmalzkuchen bis hin zu dem Zierfischangeln mit Papiercatchern. Ein Traum! :D

... link (0 Kommentare)   ... comment


Endlich bloggen!
So! Nach nunmehr schon fast drei Wochen in Taiwan hab ich endlich mal die Zeit gefunden, meinen Blog zum laufen zu bringen. Ich wurde ja schon von einigen darauf angesprochen endlich mal mit Fotos rüberzukommen, jetzt ist es soweit!
Reichlich spät? Stimmt... Naja wenn ihr lest, was in den letzten Wochen so los war, werdet ihr vielleicht verstehen warum das so lange gedauert hat :D...

... link (0 Kommentare)   ... comment